Die Freiräume-Preisträger:innen 2022/2023

Zeit für Knowledge Exchange und Wissenschaftskommunikation: „Open Humboldt Freiräume“ fördert 3 Professor:innen und 1 Postdoc

Die geförderten Projekte und Wissenschaftler:innen für die neue Runde der Förderlinie „Open Humboldt Freiräume“ stehen fest. Der Open Humboldt Expert:innenkreis hat eine Förderempfehlung für vier Anträge ausgesprochen. Die Universitätsleitung ist dieser Empfehlung gefolgt und fördert folgende vier Projekte im Sommersemester 2022 bzw. Wintersemester 2022/2023:

Dr. Anna Beniermann (Postdoc), Lebenswissenschaftliche Fakultät, Institut für Biologie, Projekttitel: Gameplay im urbanen Raum: Wissenschaftskommunikation zu Klimawandel anhand des Computerspiels "TRAIN 4 Science" (SoSe 2022)

Abstract:
Wissen über die Klimaschädlichkeit von Fleischverzehr resultiert nicht unmittelbar in einem Verzicht, auch dann nicht, wenn Menschen eine Welt ohne den Konsum tierischer Produkte als ideal empfinden. Derartige Zusammenhänge zwischen Wissen, persönlichen Einstellungen und Handlungsintentionen im Kontext von Klimawandel und Kilmaschutz werden im Projekt über einen multilateralen Dialog mit Bürger:innen näher beleuchtet. Hierzu wird auf Straßen und öffentlichen Plätzen in Berlin das Computerspiel „TRAIN 4 Science“ eingesetzt, in dem Bürger:innen bedeutungsvolle Entscheidungen treffen und anschließend mit anderen Spieler:innen sowie den Wissenschaftler:innen in den Dialog treten. Auf diese Weise lernen die Teilnehmenden nicht nur etwas über sich selbst, ihre Reflexion hilft zudem bei der Beantwortung offener Forschungsfragen zu Einstellungen und geplantem Verhalten im Kontext gesellschaftlich kontrovers diskutierter wissenschaftlicher Themen.

Prof. Dr. Jörg Niewöhner, Philosophische Fakultät, Institut für europäische Ethnologie /IRI THESys, Projekttitel: Die Wildenbruch-Werkstatt – Umweltgerechte Zukünfte entlang einer Berliner Straße (SoSe 2022)

Abstract:
Die Wildenbruchwerkstatt: Wie kann gerechtes und gesundes Zusammenleben in Städten aussehen? Welche Rolle kann und soll dabei wissenschaftliches Wissen spielen? Was heißt das konkret für einen Straßenzug in Berlin? Die Wildenbruch-Werkstatt möchte in einem offenen Co-Design-Prozess mit Anrainer:innen umweltgerechte und gesunde Zukünfte für die Wildenbruchstraße (Neukölln/Alt-Treptow) entwerfen.

Prof. Dr. Jule Specht, Lebenswissenschaftliche Fakultät, Institut für Psychologie, Projekttitel: PerSociety: eine digitale Austausch-Plattform zu ‚Persönlichkeit & Gesellschaft‘ (SoSe 2022)

Abstract:
Das Ziel des Projekts „PerSociety“ ist die Verknüpfung der Persönlichkeitspsychologie mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Im Rahmen des Projekts wird eine digitale Austausch-Plattform aufgebaut, deren Herzstück ein interaktiver Blog mit Kurzvideos ist, die kurzweilige Gespräche mit Personen aus unter anderem Wissenschaft und Zivilgesellschaft beinhalten. Das Projekt baut auf dem Exploration Project „Social Cohesion and Civil Society“ der Berlin University Alliance auf und verknüpft es mit Lehrinhalten der Persönlichkeitspsychologie sowie einer überregionalen Initiative zu kooperativer Lehre in der Persönlichkeitspsychologie.

Prof. Dr. Elisabeth Verhoeven, Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Deutsche Sprache und Linguistik, Projekttitel: Berlin Spricht! Exploring urban linguistic diversity, empowering language communities, strengthening ties to science (WS 2022/23)

Abstract:
Das Projekt untersucht die sprachliche Vielfalt des urbanen Raums in Berlin und trägt durch die Stärkung von Sprecher:innen kleiner Sprachen und Sprachgemeinschaften und durch den Dialog mit der breiten Öffentlichkeit zum Erhalt von gesellschaftlicher und individueller Mehrsprachigkeit bei: die Sprachenvielfalt Berlins wird mithilfe eines Citizen-Science-Ansatzes erfasst und in einer Sprachenkarte visualisiert; es wird eine Onlineplattform zur Darstellung von Berliner Sprachen und Sprecher:innen und ihrer Anliegen erstellt; die Ergebnisse des Projekts werden in die Öffentlichkeit getragen, mit dem Ziel, für den Wert der sprachlichen Vielfalt als Teil des Kulturerbes der Menschheit zu sensibilisieren und aktuelle Prozesse der urbanen Vielsprachigkeit zu reflektieren.

Was „Open Humboldt Freiräume“ bietet:

Die Geförderten erhalten eine Freistellung von der Lehre im Sommersemester 2022 bzw. Wintersemester 2022/23 und werden für sechs Monate beurlaubt. Aus Mitteln der Berlin University Alliance können sie Lehrvertretungen für diese Zeit einstellen.
Die neue Förderlinie Open Humboldt Freiräume wurde zum Sommersemester 2021 das erste Mal ausgeschrieben und zielt darauf ab, den Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Idee, dass Forscher:innen freie Zeit brauchen, um aus der Universität heraus in den Dialog mit der Gesellschaft zu treten und Projekte im Bereich Knowledge Exchange / Transfer/ Wissenschaftskommunikation zu entwickeln.
In der neuen Förderrunde 2022/23 wurden insgesamt elf Anträge auf Förderung eingereicht.

Weitere Informationen:

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