Eisbohrkern

Eine Stange Eis kann ganz schön wertvoll sein.

Denn die Eismassen Grönlands und der Antarktis gehören zu den wichtigsten Klimaarchiven der Erde. Um das Wissen aus diesem Archiv zu heben, bohrt man mit großem Aufwand tiefe Löcher in das Eis und entnimmt dabei Bohrkerne. Ähnlich den Jahresringen eines Baumes bilden sich im Eis Jahr um Jahr neue Schichten. Die wechselnden klimatischen Bedingungen und Umwelteinflüsse hinterlassen spezifische Zusammensetzungen und Strukturen des Schnees und des daraus entstehenden Eises. So konnte die (Paläo)Klimatologie – die Wissenschaft von der Entstehung des Klimas und seinen Veränderungen – durch die Auswertung von Eisbohrkernen den Nachweis erbringen, dass das Industriezeitalter zur höchsten CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit 800.000 Jahren geführt hat.

Für die Untersuchung der gegenwärtigen menschengemachten Umwelteinflüsse und des davon angestoßenen Klimawandels ist auch das Eis der Gletscher in den Hochgebirgen wichtig. Einerseits als Speicher von sich wandelnden Luftzusammensetzungen und Schadstoffbelastungen, andererseits weil die Gletschermassen in den letzten Jahrzehnten infolge der Klimaerwärmung massiv schrumpfen. So sind die Kalbungsfronten der Gletscher – der Bereich eines Gletschers, an dem dieser Stück für Stück nach unten abbricht und sich in Wasser auflöst – zugleich zu einer visuellen Front der gesellschaftlichen Aufklärung über den Klimawandel geworden.

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